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geführt, wie derartigen Gefahren für die Umwelt in Zukunft wirkungsvoller
begegnet werden kann.
Für das Amt für Umweltschutz stand in den kritischen Tagen und Wochen
nach dem Unfall von Tschernobyl die umfassende Information der Bürger an
erster Stelle. Hunderte von Anfragen besorgter Kreisbewohner wurden, soweit
möglich, beantwortet, Wochenenddienste eingerichtet und die Gemeinden
über neue Erkenntnisse und Entscheidungen der Landesregierung unterrichtet
.
A bfallbeseitigung
Im Ortenaukreis fallen jährlich 235.000 cbm Hausmüll, 18.000 cbm Sperrmüll
und 334.000 cbm Gewerbemüll an. Abfälle mehr als bisher zu vermeiden und
entstandene Abfälle der Wiederverwertung zuzuführen, sind Ziele der Abfallentsorgung
im Kreisgebiet. Deshalb ist der Landkreis dazu übergegangen, die
verwertbaren Bestandteile des Hausmülls über Sammelsysteme wie die „Grüne
Tonne" getrennt zu erfassen, um so Papier, Glas, Metall, Kunststoff und
Textilien wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Die getrennte Erfassung
besonders schadstoffhaltiger Abfälle führt dazu, den Hausmüll von Säuren
, Farbresten, Pflanzenschutzmitteln, Medikamenten usw. zu entlasten.
Daneben ist beabsichtigt, zusätzliche Sammelaktionen für Abfälle von
Strauch- und Baumschnitten und sonstigen pflanzlichen Abfällen einzuführen
. Jeweils im Frühjahr und Spätjahr sollen alle auf den Wohngrundstücken
bereitgestellten pflanzlichen Abfälle gesammelt und anschließend kompostiert
werden.
Vom Ortenaukreis wurde eine Broschüre mit dem Titel „Abfallvermeidung,
Abfallverwertung, umweltschonende Beseitigung" herausgegeben und an alle
Haushaltungen verteilt. Die Broschüre behandelt die drei Säulen einer modernen
Abfallwirtschaft:
— Abfallvermeidung:
z.B. Mehrwegbehältnisse anstatt Einwegbehältnisse
— Abfallverwertung:
System grüne Tonne; Eigenkompostierung pflanzlicher Abfälle im Hausgarten,
Bauschuttrecycling
— Umweltschonende Beseitigung:
Beseitigung der Abfälle auf geordnete Deponien; getrennte Sammlung schadstoffhaltiger
Haushaltsabfälle (Problemabfälle).
Für die Abfallentsorgung stehen im Ortenaukreis zur Zeit drei Mülldeponien
(Haslach im Kinzigtal, Oberkirch und Ringsheim) sowie zwei Müllumladesta-
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