Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
67. Jahresband.1987
Seite: 340
(PDF, 91 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1987/0340
Einer der letzten prominenten Gäste in Huses „Cataract-Hotel" war am Jahreswechsel
1937/38 Generaloberst Werner von Fritsch (1880—1939), damals
Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht. Er war nach Assuan
gekommen, um einen Halskatarrh auszukurieren, wie offiziell verlautete; er
blieb sechs Wochen.

Wieder im Schwarzwald:

Der,, Wirt auf dem Sand" an der Schwarzwaldhochstraße

1939 kam für Huse die letzte Wende, eine Rückkehr in den Winter Ägyptens
verhinderte der Krieg. So ging ein langer Lebensabschnitt zu Ende, den Ferdinand
Huse so konsequent zu teilen verstanden hatte über das Mittelmeer
hinweg zwischen Deutschland und dem Land der Pyramiden, Sphinxen und
Obelisken, der Mastabas und Mumien, der Minaretten und Moscheen in der
Flußoase des Niltals. 69 Jahre war er inzwischen alt, aber ungebrochen in
seiner Schaffenskraft. Diese ganze Energie galt nun ab sofort seinem „Kurhaus
Sand".

„Sand": jeder kennt heute diese älteste Pension der Schwarzwaldhochstraße,
in 828 m Meereshöhe. Vor 120 Jahren stand da oben eine einfache Unterkunftshütte
für Waldarbeiter, Jäger, Förster. 1869 wurde eine Wirtschaft
eröffnet, dem wachsenden Interesse der Wanderer entsprechend; der erste
Pächter war J.M. Weiß, ein pensionierter Polizist aus Schwarzach. Sein Nachfolger
(ab 1882) wurde F.A. Maier aus Lichtental („Sandmaier"), der rapide
steigenden Zulauf registrieren konnte; vor allem kamen auch prominente Gäste
wie z.B. die Kaiserin Elisabeth von Österreich (1883). 1884 wurde
„umgebaut", vergrößert zum „Kurhaus" mit Vollpension für 5 Mark pro
Tag. 1890 kaufte F.A. Maier das ganze Anwesen, 1891 wurde — in Anwesenheit
von Großherzog Friedrich I. — der große Neubau eingeweiht. Der Transport
der Gäste erfolgte mit dem „Pferde-Omnibus". Den Wintergästen stellte
Maier bereits 1893 „Schneeschuhe" für sportliche Betätigung zur Verfügung.
1920 wurde der Familienbesitz verkauft an die Herren Landerer und Reichmann
. 1928 wurde „Sand" erworben vom „Verein Genesungsfürsorge" in
Mannheim. Der alte Glanz erlosch rasch. Aber am 1. Oktober 1932 übernahmen
Ferdinand Huse und Max Wiedemann die Leitung der „Kurhaus
Sand GmbH" und machten in kurzer Zeit daraus wieder eine Stätte bester
Schwarzwälder Gastlichkeit. Max Wiedemann und Ferdinand Huse: wir kennen
dieses Team bereits von ihrer gemeinsamen Tätigkeit auf „Bühlerhöhe".

Ab 1939 war Huse ganz daheim „auf dem Sand". Die Zeiten waren schlimm,
aber er ging an die Arbeit mit vollem Einsatz, wie es zeitlebens seine Art gewesen
war. Mit Sorgfalt und Phantasie wurde das Unternehmen durch die politische
Krise gebracht, herzliche und persönliche Betreuung der Gäste war das
schlichte Erfolgsrezept. So vollendete er ein Leben, das er bis ins hohe Alter

340


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1987/0340