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Eva Blanc
Die Absatzschwierigkeiten scheinen mit der verbesserten
Qualität der Produkte überwunden worden zu sein.67 Zwischen
1835 und 1838 wurde ein dritter Ofen in Betrieb genommen.68
Im Jahr 1838 nahm der Steinkrugfabrikant Derndinger in Op-
penau an der Ausstellung des Karlsruher Gewerbevereins teil.69
J. Zentner bemerkt 183970 bei seiner „Beschreibung des Rencht-
hals und seiner Bäder Griesbach, Petersthal, Antogast, Freiersbach
und Sulzbach":
„Besonderer Aufmerksamkeit werth, ist aber die dem Kaufmann
Derndinger gehörige Krugfabrik, welche nun, nach langjährigen
kostspieligen Versuchen, in vollem Flor ist und insbesondere an
die nahen Sauerbrunnen sehr viele Waare absetzt"
Insgesamt erlebte das Unternehmen einen Aufschwung. Im
Universal-Lexikon vom Großherzogthum Baden 184371 wird die
Steinkrugfabrik als „blühend", bei Heunisch 185 772 als „bedeutend
" bezeichnet. Eugen H.Th. Huhn erwähnt bei seiner Beschreibung
von Oppenau in den Jahren 185173, 185574 und
186875 eine „starke Krugfabrik der Gebrüder Derndinger von
Offenburg".
Derndingers 1837 vorgebrachte Bitte um Verlängerung seines
Privilegs aus dem Jahr 1824 um weitere zehn Jahre bzw. Ausdehnung
auf den Oberrheinkreis wurde nicht entsprochen. Nachdem
auch das Staatsministerium sein Gesuch abwies, bat er die
Zweite Kammer des Großherzogtums Baden, sich empfehlend
für ihn zu verwenden. Sein Anliegen wurde am 29. Juli 1837 auf
einer öffentlichen Sitzung verhandelt. Aber auch die Zweite
Kammer sah keinen Grund, warum Derndingers Bitte positiv
beschieden werden sollte:
„Nach den Acten des großh. Ministeriums des Inneren bestehen
die Gründe der abschlägigen Verbescheidung darin, daß das Geschäft
des Petenten nur mit höchstens zehn Arbeitern betrieben
werde, daher zu unbedeutend sey, und daß, wenn dasselbe nach
zehn Jahren des gebetenen Schutzes noch bedürfe, es überhaupt
keine besondere Berücksichtigung verdiene; daß es ferner nicht am
Platze sey, zum Schutze eines kümmerlich sich erhaltenden Gewerbszweiges
, dessen Betreibung in zwei Kreisen des Landes zu
verhindern, in welchen es vielleicht noch Gegenden gebe, wo derselbe
mit mehr Vortheil betrieben werden könne, daß endlich das
gebetene Privilegium nicht einmal den beabsichtigten Schutz gewähre
; indem auf der einen Seite den Häfnern die Fertigung steinerner
Krüge nicht untersagt, und auf der anderen Seite die Con-
currenz des Auslands nicht verhindert werden könne, dass aber
diese am meisten zu befürchten sey, und daß, wenn in einem
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