Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
98. Jahresband.2018
Seite: 265
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau2018/0266
Weibliche Wohngemeinschaften im spätmittelalterlichen Offenburg

Es folgen auf acht Seiten 26 Einträge zu Gütern in Ortenberg,
Offenburg und Rammersweier. Der erste sei hier als Beispiel im
Wortlaut wiedergegeben:

Item Costentz Jacob von Ortenberg git von sinem hus und mit
allen angehorden, gelegen im dorff zu Ortenberg, einsit neben
Swabhausen andersit nebent dem Wernher, obnan an Blochlins

Jecklin, unden uff den weg, der in das Loch gat, jerlich uff Mar- 3. straßburger

tini II Schilling ewigs gelts. Disen zins und guter enpfaht man mit Pfennig (ab 1340/50
I maß wins weder des besten noch des ärgesten.

Am Rande ist beigefügt: Ist den swestren zugeteilt. Bei den übrigen
Einträgen steht nicht swestren, sondern Beginen, einige
Male aber auch Münch; die Erträge sind folglich übergegangen
an das Franziskanerkloster.

Am Ende zählt der Schreiber die Gesamteinnahmen des
Hauses zusammen: Summa sint des kener gotzhus zins in gelt V
Ib., XVII ß. (Das sind umgerechnet in reales Münzgeld 1404
Pfennige.24) Eine zweite Einnahmequelle waren die Korngülten
. Allerdings ist die Liste mit nur vier Einträgen unvollständig
. Die nächsten fünf Seiten blieben leer.

In der Liste der gotzhusere folgt das mit Abstand wichtigste
Beginenhaus in Offenburg. Es wird mit folgenden Worten eingeführt
: Die hernach geschriben zins sint us dem alten buch abge-
schriben, in korn und gelt gehörig den Swöstern im Grossen gotzhus
in Offenburg, und erneuert in anno 1477 [!] in gegenwertikeit der
Regelmeisterin und auch der Husmeisterin, und sint alle [zinsen] zu
setzen und zu entsetzen mit eime maß win, weder des besten noch
des ärgesten, als die alten bucher das ouch wysent.

Es folgen Rentenansprüche von Häusern, Gärten, Äckern,
Reben, Matten in Offenburg und den benachbarten Gemeinden
, insgesamt 111 Titel, die meist an Martini einzulösen
waren. Wie zu erwarten liegt die Mehrzahl der Liegenschaften
auf Offenburger Gemarkung; die Rede ist dabei immer nur von
Kinzigdorf. Insgesamt werden fünfzehn Häuser aufgezählt,
außerdem fünfzehn Matten, zwölf Äcker, sechs Gärten, aber
auch sechs Rebstücke und vier weitere Güter. Die übrigen Liegenschaften
verteilen sich auf die folgenden Orte: Appenweier
(14), Ortenberg (7), Bühl (6), Bohlsbach (5), Griesheim (4),
Weier (3), Rammersweier (3), Windschläg, Zell-Riedle, Weierbach
, Fessenbach (je 2), Zunsweier, Niederschopfheim, Schutterwald
, Dundenheim (je 1).

Die Zinseinnahmen je Objekt lagen zwischen 2 und 15
Schilling, meist jedoch bei 4 Schilling (= 48 Pfennige realen
Geldes), nur wenige in Ortenberg und Appenweier rechneten


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau2018/0266