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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
98. Jahresband.2018
Seite: 295
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Die Pfarrkirche Ebersweier und ihre Ausstattung in Vergangenheit und Gegenwart 295

bracht. Der weniger bekannte Jakobus
der Jüngere ist zusammen mit dem hl.
Mathäus im Medaillon des Wendelinusfensters
abgebildet.

Das Brustbild einer Nonne im Habit
der Karmelitinnen stellt die hl. Theresia
von Lisieux dar.154 Es ist nur noch als
60 cm x 70 cm großes Fragment erhalten
. Diese Heilige, auch Theresia vom
Kinde Jesu genannt, wird oft mit einem
Kreuz mit Rosen dargestellt, gemäß ihrer
geheimnisvollen Worte: „Nach meinem
Tod will ich es Rosen regnen lassen".155
Das Glasgemälde der hl. Theresia wurde,
wie auch die anderen überlebensgroßen
Figuren, von der Werkstätte Schell & Vi-
talli in ein „Börnerfenster" eingefügt.

Das 90 cm x 120 cm große Glasgemälde
, Christus in einer Mandorla „Ma-
jestas Domini" darstellend,156 befand
sich bis 1964 im Fenster der südlichen
Chorwand.157 Das Glasfenster auf der gegenüberliegenden Seite
des Chorraums zeigte die Heilige Helena.158 Mehr als zwölf Monate
schien die Suche nach dem Künstler der Chorfenster vergeblich
zu sein.159 Vergleiche mit anderen Kirchenfenstern von
Eugen Börner verdichteten die Annahme, dass die Christusdarstellung
möglicherweise diesem Künstler zugeschrieben werden
kann. Erst Anfang März 2017 gaben Inventarlisten die
Namen des Künstlers sowie des Stifters preis: Eugen Börner
schuf diese Chorfenster im Jahr 1889, gestiftet wurden sie von
Pfarrer Franz Xaver Pfirsig.160 Das große Christusfenster-Fragment
ist somit ein „Frühwerk" von Eugen Börner als selbstständiger
Glasmaler.

Das Christusbild zeigt deutliche Alterungsspuren. Einige
größere Glasteile sind von feinen Rissen durchzogen. Ausbesserungen
mit andersfarbigem Glas weisen frühere Restaurierungen
aus. Das Glasgemälde von Eugen Börner ist jedoch eine
künstlerisch wertvolle Arbeit. Deutlich wird dies insbesondere
am zarten Pinselstrich der Kopf- und Barthaare, den fein gegliederten
Händen und dem reichen Faltenwurf des Untergewandes
. Letzteres ist nur noch an den Ärmeln original erhalten, das
Brustteil wurde ersetzt.161 Trotz der alterungsbedingten Schäden
ist das Kunstwerk von Eugen Börner erhaltungswürdig.

Wie die vorstehende Geschichte des Kirchenbaus und der
Ausstattung des Kirchenraums zeigt, haben namhafte Künstler

Abb. 17: Das Fensterfragment
, das
Christus in einer
Mandorla darstellt,
war Bestandteil des
1889 von Eugen
Börner geschaffenen
Chorfensters.


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