Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
15. Jahrgang.1888
Seite: 12
(PDF, 149 MB)
Bibliographische Information
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12 Psychische Studien. XV. Jahrg. 1. Heft. (Januar 1888.)

dem einen Arm erschien, etwas erhaben, in lebhaftem Roth
der Namenszug auf der blassen Haut. Einige Blutstropfen
drangen an mehreren Stellen hindurch; auf dem anderen,
paralysirten Arm erschien nichts. Diese blutunterlaufenen
Buchstaben waren nach 3 Monaten zwar verblasst, aber
noch leserlich.*) Aehnliche Experimente wurden auch noch
von anderen Aerzten angestellt.

Es lässt sich nicht wohl annehmen, dass das vasomotorische
Nervensystem des Patienten, das den Bewegungen in den
Arterien vorsteht , direkt von einem fremden Willen beherrscht
werden kann, wir müssten denn dem Arzte geradezu
einen magisch wirkenden Willen zuschreiben. Der wirkliche
Vorgang ist wohl der, dass die dem Hypnotisirten eingepflanzte
Idee von diesem, seines vollkommen passiven
Zustandes wegen, aufgenommen, also erst dadurch wirksam
gemacht wird, dass er sie zu seiner eigenen Idee macht.
Dass aber der Patient seine in der Regel unbewussten und
unwillkürlichen organischen Punktionen beherrscht, ist die
mindeste der aus den Thatsachen notwendig sichergebenden
Annahmen.

Es wird nun geschehen, was noch immer geschehen ist:
anfänglich wird man versuchen, die Thatsache zu bestreiten
; dann, wenn sie durch wiederholte Experimente
sicher gestellt ist, wird man bestrebt sein, sie im Sinne der
vulgären Physiologie zu deuten; schliesslich aber wird das
herrschende System vor der neuen Thatsache sich beugen
müssen, und ein weiterer Schritt zur Erklärung des
Menschenräthsels wird damit gethan sein.

Diese räthselhafte Erscheinung, welche Bourru und Andere
festgestellt haben, ist nun bei den sogenannnten
Medien schon häufig beobachtet worden, ja sie ist schon seit
Jahrhunderten bekannt, nur dass sie im Verlaufe der Zeiten
sehr verschiedenartig ausgelegt wurde. In neuerer Zeit
sind solche blutunterlaufene Buchstaben auf der Haut besonders
bei dem Medium Foster beobachtet worden. Mr.
Edward Blanchard, der von der dialektischen Gesellschaft in
London als Zeuge darüber vernommen wurde, sagt aus, dass
der Name seines Vaters William Blanchard auf dem Arm des
Mediums erschien, und unmittelbar darauf auf der Handfläche
desselben die Nummer 27 als ganz richtige Antwort
auf die Frage, wie viele Jahre seit dem Tode des Vaters
verstrichen wären. Das geschah alles sehr rasch- Das
Medium kannte den Zeugen gar nicht, und die Buchstaben
verschwanden wieder vor den Augen der Anwesenden,

*) Beaunis: „Le somnambuliame provoqu6.a 83. —


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