Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
33. Jahrgang.1906
Seite: 456
(PDF, 221 MB)
Bibliographische Information
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456 Psychische Studien, XXXIII. Jahrg. 8. Heft (August 1906.)

Dann erzählte ich ihr, dass wir sie am vorigen Abend
zur Zeit zwischen sieben und halbneun Uhr gesehen hätten.
„Aber ich versprach Ihnen doch," sagte sie, „dass ich nicht
kommen werde, wenn ich auch noch so grosses Verlangen
dazu hätte; gestern Abend aber hatte ich nicht einmal ein
solches. Ich hatte bloss das Bedürfnis, von meinen
Schmerzen befreit zu werden, und dachte an keine Kirche."
„Nun," antwortete ich, „mögen Sie daran gedacht haben
oder nicht, Sie sind dort gewesen und wir alle haben Sie
gesehen." „Welcher Unsinn!", rief sie aus,

„Nein," sagte ich, „Sie sind dort gewesen, wir alle
haben Sie gesehen." „Was wollen Sie denn?", fragte sie
ungläubig. „Ich bin den ganzen Tag nicht aus dem Hause
gekommen. Ich wäre nicht über die Strasse gekommen,
geschweige denn allein nach Z. Wenn Sie mir aber nicht
glauben, so fragen Sie doch Frau 5., und E., und D. und
das Mädchen, die alle wissen, dass ich das Haus nicht verlassen
habe."

Ich fragte dann Frau B.f die Haushälterin E. und das
Dienstmädchen D.} welche Frau A. etwa um sechs Uhr entkleidet
und zu Bette gebracht hatte. Sie alle erklärten bestimmt
, dass Frau A. den ganzen Sonntag nicht aus dem
Hause gekommen war. Sie waren über die Heftigkeit ihres
Leidens sehr beunruhigt gewesen und E. hatte selbst davon
abgesehen, der Erntefeier in ihrer Kirche beizuwohnen, um
Frau A. Hilfe leisten zu können, falls die Krämpfe wiederkehrten
. Ich Hess die vier Personen, welche am Sonntag
Abend im Hause waren und die Tatsachen bezeugen
konnten, schriftliche Erklärungen unterzeichnen»

Sodann besuchte ich den Arzt; er war ausgegangen und
wurde erst nach Stunden zu Hause erwartet. Ich
schrieb ihm also ein Billett, dass es mich freue, dass er
Frau A. Erleichterung verschafft habe; sodann bat ich ihn,
mir die Zeit anzugeben, zu der er sie am vorigen Sonntag
besucht habe und ob es nach seiner Ansicht möglich war,
dass sie an diesem Abend einer Verabredung nachkommen
könnte, in einer Entfernung von sechs bis sieben Meilen anwesend
zu sein. Ich bemerkte absichtlich nichts von der
Doppelgängerin, noch über die Veranlassung zu meinen
Fragen. Ehe mir Dr. F. antwortete, war er bei Frau A.
gewesen und hatte mit Frau B. gesprochen. Sie erzählte
ihm, was ich gesagt hatte. Frau A. schrieb mir nachher:
„Dr. F. brauste bei dem Gedanken an meine Doppelgängerin
auf und sagte, Sie und alle Ihre Leute müssen verrückt sein."

Am 15. Oktober schrieb mir der Arzt Folgendes: „Erst
jetzt habe ich Zeit, Ihren gestrigen Brief zu beantworten.


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