Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Bibliothek, Frei122-Z5
Aksakov, Aleksandr N. [Begr.]
Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens
46. Jahrgang.1919
Seite: 82
(PDF, 171 MB)
Bibliographische Information
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82 Psychische Studien. XLVL Jahrg. 2. Heft. (Februar 1919.)

in mein Prozeßbüro tarnen, lehnte ich lächelnd alles ab,
was der Spiritismus lehrte und ich konnte in seinen Experimenten
nicht viel mehr als einen großen Hokuspokus erblicken
und das um so mehr, weil ich mich nie tiefer mit
okkulten Wissenschaften befaßt hatte. Doch Ueberzeugung
macht wahr! Seit ich in der Fenskesehen Wohnung mit
vielen anderen zusammen die seltsamen Vorgänge darin gesehen
, gehört und studiert hatte, ist doch eine Wandlung
in meiner Auffassung eingetreten. Wohl bin ich noch lange
nicht aus einem Saulus ein Paulus geworden, doch ich
habe umgelernt und solange trotz aller Bemühungen der
Gegenpartei eine natürliche Aufklärung nicht gefunden
wird, halte ich es für möglich, daß wir es hier mit Vorgängen
zu tun haben, die durch Naturgesetze bedingt werden,
die eben dem Menschen, bzw. der forschenden Wissenschaft,
augenblicklich noch unbekannt sind. Hat man nicht auch
erst die elektrischen Funken gesehen und ihre Wirkungen
erkannt und dann erst die Gesetze der Elektrizität? Gewiß
geht im Leben und insbesondere in der Natur alles
gesetzmäßig zu, doch wir kennen eben bei weitem noch
nicht, alle die ewigen Gesetze, nach denen sich ihr gewaltiges
Räderwerk bis hin zum kleinsten Rädchen dreht.
Bedauerlich ist jedoch, daß in den ersten Wochen, in
denen sich die (Öffentlichkeit mit der Spukangelegehheit
beschäftigte, die Zeitungen mit Artikeln versorgt wurden,
die einseitig gefärbt waren. Auch Herr Rechtsanwalt Bohn
bedauert das, zumal diese Artikel zuweilen in unzweideutiger
Weise auf eine Schuld Fenskes hinwiesen. Daß aber Jb enske
und seine Angehörigen als Täter nicht in Frage kommen,
darin glaube ich mich mit Herrn Bohn eins zu wissen,
Herr Rechtsanwalt Bohn hat sie in der eingehendsten
Weise auf die Probe gestellt und ist doch immer nur zu
demselben Ergebnis gekommen. Hätte der Breslauer Anwalt
den Spuk selbst mit erlebt, so würde er dasselbe
sagen, was ich vorhin bezüglich der Seminaristen gesagt
habe, nämlich daß Fenske der größte Hexenmeister der
Welt wäre, wenn er einen solchen Spuk inszenieren könnte.
Das Studium der Persönlichkeit des Fenske und seiner
Angehörigen läßt aber auch schon bei nur geringer Menschenkenntnis
einen Verdacht der Täterschaft aufs entschiedenste
verneinen. Dazu kommt, daß Fenske den besten Ruf genießt
und auch, wie Bohn auf S. 12 seines Buches bestätigt,
von seinem Lohnherrn, dem Großgrundbesitzer Bories, als
ehrlich und pflichttreu gerühmt wird, dem man solche
Dinge nicht zutrauen könne. Dazu kommt ferner, daß
Fenske auch nicht die mindeste Veranlassung hatte, Spuk-


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