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584 Psychische Studien. XLVI. Jahrg. 12. Heft. (Dezember 1919.)
Ptilsationen des Metronoms sehr befriedigend, wie aus der Reaktion
des Drehzylinders zu erkennen war.
Diese Tatsache ist wichtig zum Verständnisse der Versuche,
die durch die Figuren 19, 20 und 21 dargestellt sind: die Leitung
der Pulsationen durch die Pappdeckelstücke von der Achselhöhle
zum Drehzylinder, bezw. die Leitung und die Echowirkung in
Fig. 21. In Fig. 20 ist es allerdings eine direkte Berührung des
Körpers, deshalb gelingt dieser Versuch nur tnter günstigen Umständen
, d. h. wenn Pulsationsanzahl und Größe der Transmissionspappe
zur Stärke des Pulsschlages in günstigem Verhältnisse stehen.
Wichtig erschien es auch, den Einfluß der Zentrierung des
Drehkörpers zu untet suchen. Es wurde zu dem Zwecke ein solcher
mit der Drehaxe in 3/4 der Halmlänge statt in dessen Mitte versehen
und das so gestörte Gleichgewicht durch ein auf den Zylindermantel
aufgeklebtes Cartonstück wieder hergestellt.
Dieser Drehkörper rotiert gut unter dem Einflüsse der Hand
wenn man diese sehr geschickt entsprechend seiner Stellung je.
weils nähert oder entfernt. Dagegen gelang es nur in drei Fällen
ihn in mechanische Rotation zu versetzen, gewöhnlich pendelte er
willkürlich hin und her, meist um die Verbindungsebene seiner Axe
mit der Kante des Halbzy linders, welche der Schlagstelle entgegengesetzt
war. In Rotation kam er einmal im Winkel der rechtwinklig
verleimten Brettchen, als er genau in der Mittellinie des
Winkels stand bei einem Metronomschlag von 96 Pulsen. Bei keinem
andern Tempo gelang es den Versuch zu wiederholen. Dann gelang
die Rotation in einem Halbzylinder aus Blech von 10 cm Durchmesser
bei einem Pendelschlage von 42 Impulsen pro Minute. —
Aus diesem Verhalten möchte ich z. Zt. nur die Folgerung
ziehen, die Drehkörper für die Versuche so exakt als möglich zu
konstruieren und besondern Wert auf deren gute Zentrierung zu
legen, damit der normalen Rotation keine Hindernisse geboten
werden. — Ich werde diese Versuche nach jeder Hinsicht weiter
bearbeiten.
Der Drehzylinder in seinem Blechhalbzylinder wurde ganz entschieden
viel leichter beeinflußt von den akustischen Tönen. Die
tiefen Töne der Laute brachten ihn aus zwei Meter Entfernung in
continuierliche Drehung. Die Geigentöne ebenso, wenn aus der
gleichen Entfernung gespielt wurde. Aus geringerer Entfernung
war die Wirkung noch intensiver.
Wurden die Saiten der Laute (oder des Monochordes) mit
einem Korkhammer leicht angeschlagen, so war die Drehung ganz
continuierlich. Ich werde über diesen Teil meiner Studien, als hier
zu weit sich ins physikalische Detail verlierend, an anderer Stelle
berichten. Genug sei mit der Konstatierung, daß der Drehzylinder
in dieser Montierung eine sehr lebhafte Reaktion auf alle Töne bis
zu a\ inkl. den Stimmgabeltönen ergab. —
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