http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/psychische_studien1924/0348
\30 Psychische Studien. LI. Jahrgang. 5. Heft (Mai 1924).
6. Falls der Prüfende den Apparat nicht selbst liefert, kann er
wenigstens seinen eigenen Papierstreifen mitbringen und einschalten
;
7. schnelle Zerlegbarkeit des ganzen Mechanismus zwecks Prüfung
aller inneren und äußeren Teile;
8. spätere objektive Kontrolle, nach der Sitzung, im Hause usw.,
auch von nicht bei der Sitzung Anwesenden.
Eine psychische Formung der Schreibzüge würde zu erwarten
*in. wei im Medium bestimmte Anregungen gegeben würden.
Nach bisherigen Erfahrungen bei sonstigen Experimenten lassen sich
üe physikalischen Aeußerungen der unbekannten Kraft auch „psychisch
''dirigieren; z. B. bei dem vielerseits behaupteten Phänomen der
„direkten Schrift".
Falls über die Zuverlässigkeit und Brauchbarkeit derartig kon-
struierter Apparate eine übereinstimmende Meinung bestehen sollte,
so wäre nur noch zu wünschen, daß sich recht viele auf starke tele-
kinetische Erscheinungen eingestellte Medien melden, die sich ihre Befähigung
auf Grund der hier geschilderten Methode unter Verwendung
einer Kaverne mit Registrierungseinrichtung feststellen und attestieren
ließen.
Im Anschluß an die obigen Ausführungen dürfte noch eine allgemeine
Erörterung über „Täuschungen, Entlarvungen" von Medien
Hiigebracht sein.
Bekanntlich veröffentlicht die sensationelle Tagespresse mit besonderer
Vorliebe die ihr zugehenden Berichte über Mißerfolge, die
.ich aus der mediumistischen Praxis ergeben; sie macht die ohnehin
irrigen Auffassungen über alle diese Dinge nur noch verworrener,
-ustalt sie klären zu helfen.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß bei einem und demselben Medium
sowohl „echte" Erscheinungen vorkommen, die nicht als künstlich
hergestellt gedeutet, als auch solche, bei denen Kunstgriff© in den
"Bereich der Möglichkeit gezogen werden können, und schließlich solche,
•ei denen tatsächlich Betrug festgestellt worden ist.
Derartige Erfahrungen, die wohl bei allen Medien gemacht werden,
uüssen den vorsichtigen Experimentator zwingen, nicht die Frage zu
teilen, ob diese oder jene beobachtete Erscheinung „pkkult oder nicht
>kkult" sei, sondern vielmehr, „wie sie künstlich hergestellt
ein könnte". Wer die okkult erscheinenden Vorgänge mindestens
wanzigmal stets in derselben Form ihrer Ausbildung beobachtet und
Jabei die Bedingungen seinen Bedenken entsprechend variiert hat, wird
«ltweder einen Täuschungserfolg erleben oder, falls nicht, sie als
»wahrscheinlich okkult" betrachten können.
Um die größte Wahrscheinlichkeit auf kürzestem Wege zu er-
-ngen, sollen eben Kavernen dienen, die nach dem «oben betriebenen
Prinzip hergestellt sein müßten, wenngleich auch dann
och okkulte Vorgänge für die Allgemeinheit bedingte Geltung
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/psychische_studien1924/0348